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Restaurierung und Rekonstruktion
Die Restaurierung, also das Wiederherstellen eines verlorengegangenen oder nicht
mehr sichtbaren originalen Zustandes, tritt heutzutage immer mehr in den
Hintergrund.
Neu ergänzte Fehlstellen müssen jedoch meistens farblich integriert, bzw.
retuschiert werden, um so ein geschlossenes Gesamtbild zu erreichen.
Je nach Zustand, Aufwand und Wertigkeit des Objektes gibt es dafür grundsätzlich
3 unterschiedliche Methoden:
1. die archäologische Retusche und Aqua sporca (ital.
Schmuddel-Wasser):
die Retusche erfolgt ausschließlich in einem integrativen Putz- oder Farbton,
mit klarer Abgrenzung von Original und Ergänzung - oder kleine helle störende
Fehlstellen werden mit einer "monochromen dunklen-Lasur" leicht abgetönt. Sie
eignet sich eher für sehr große oder aber auch sehr kleinen Fehlstellen.
2. die pointilistische Retusche:
die Retusche erfolgt mit kleinen senkrechten unterschiedlich farbigen
senkrechten Strichen, Schraffuren oder Punkten um so ähnlich eines
Siebdruckrasters aus der Entfernung einen geschlossenen Gesamteindruck zu
ermöglichen, in der Nahsicht bleiben die Retuschen jedoch klar als integratives
"Teppichmuster" erkennbar.
3. die Vollretusche:
Die Retusche erfolgt so, dass sie auch möglichst bei Nahsicht nur schwer
erkennbar ist (häufig bei Leinwandgemälden) - sie ist nur bei kleinen
Fehlstellen möglich, bei denen man weiß, was davor vorhanden war. Im gealterten
Zustand verändern sie sich meist durch das Vergilben des Bindemittels oder
Pigmentumwandlungen und treten dunkler hervor, so dass sie erneuert werden
müssen.
in seltenen Fällen kann auch eine Rekonstruktion notwendig
werden, falls der Bestand so beschädigt ist, dass eine Restaurierung nicht
möglich ist, aber eine Wiederherstellung erwünscht ist. Auf Grundlage von
Resten und Archivmaterialien kann so eine Neubemalung auf dem konservierten
Restbestand erfolgen, welches jedoch nur als letztes Mittel betrachtet werden
sollte. |
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Stephan Bussmann, Diplom-Restaurator (FH) Unterdorfstr. 2 D-78315 Radolfzell am Bodensee
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